Veranstaltung:

Prof. Dr. Stephan Moesch (Vortrag)

„Was so hoch mich erhebet“ - Hans Knappertsbusch und „Der fliegende Holländer“

Künstlerhaus am Lenbachplatz
Samstag 06.04.2019 - 15:00 h

Hans Knappertsbusch dirigierte erstmals 1951 bei den Bayreuther Festspielen und ist vor allem für seine Interpretation des „Parsifal“, aber auch des „Ring“ berühmt geworden. Wieland Wagner bezeichnete ihn als „Chefdirigent der Bayreuther Festspiele“. Von Wagners Frühwerken hat er in Bayreuth nur den „Holländer“ dirigiert: im Sommer 1955. Diese Interpretation ist besonders aufschlussreich. Sie dokumentiert eine Lesart des Stückes aus dem Geist der Wende vom 19. zum 20.Jahrhundert, also aus Knappertsbuschs Jugendzeit, in der noch Cosima und Siegfried Wagner in Bayreuth wirkten und Hans Richter dirigierte. Der Vortrag stellt diese Interpretation vor und betrachtet sie im Kontext von anderen Aufführungen der 1950er Jahre aber auch unter Berücksichtigung heutiger Ansätze, mit dem „Holländer“ umzugehen.

Prof. Dr. Stephan Mösch seit 2013 Professor für Ästhetik, Geschichte und Künstlerische Praxis des Musiktheaters an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Doppelstudium: Musik-, Theater- und Literaturwissenschaft in Berlin, sowie Gesang in Berlin und Stuttgart (Bühnenreifeprüfung). Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Noch während des Studiums Domgraf-Fassbaender Preis und Preisträger beim Deutschen Musikwettbewerb. 2001 Promotion an der TU Berlin mit einer Studie über Boris Blacher (Der gebrauchte Text, Stuttgart: Metzler Verlag 2002). Die mehrfach ausgezeichnete Habilitationsschrift mit dem Titel Weihe, Werkstatt, Wirklichkeit. Wagners „Parsifal“ in Bayreuth 1882-1933 erschien 2012 bei Bärenreiter in zweiter Auflage. Als Hochschullehrer im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich u.a tätig an den Universitäten in Berlin (UdK), Graz (KUG), Wien und Zürich. Stephan Mösch unterrichtete auch bei den Dresdner Meisterkursen Musik (DMM) und den Weimarer Meisterkursen. Von 1994 bis 2013 war er verantwortlicher Redakteur der Fachzeitschrift Opernwelt (Berlin), Mitherausgeber des Jahrbuchs OPER und einer CD-Reihe. Er ist Autor im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Regelmäßig Beiträge für Rundfunkanstalten der ARD. Jury-Mitglied zahlreicher Wettbewerbe für Gesang, Regie und Bühnengestaltung sowie beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik.